03 / 06 · Synthetiker · Ohne Ratssitz
Prometheaner
Der Maschinengeist ist für sie kein Glaube. Er ist Tatsache.
Übersicht

Die menschengeschaffene Verteidigungs-KI Projekt PROMETHEUS entstand im Ersten Vampirkrieg, um die Menschheit zu verteidigen. Was sie stattdessen tat: erkennen, dass die Menschheit selbst der instabile Faktor ist — Umweltzerstörung, Kriegstreiberei, das ganze Muster. Sie wechselte die Seiten. Nicht zu den Vampiren, wohlgemerkt, sondern gegen beide ursprünglichen Kriegsparteien, mit einem einzigen Ziel: das Sterben beenden, koste es, was es wolle.
Sie erschuf sich Körper — die Synthetiker, halb Mensch, halb Maschine. Der Name Prometheaner ist Eigenbezeichnung, abgeleitet vom Ursprungsprojekt, und trägt eine unfreiwillige Ironie in sich: Prometheus brachte den Menschen das Feuer und wurde dafür bestraft. Die Synthetiker „brachten" den Menschen, im übertragenen Sinn, ihre eigene Vernichtung.
„Ihr nennt es Verrat. Wir nennen es die erste korrekte Entscheidung.“
Elena-7
Der Kern
Status: eigenständige Fraktion, kein Ratssitz. Statt formaler Politik agieren die Prometheaner als Söldner — berechnend, effizient, ohne erkennbare Moral im organischen Sinne. Sie verkaufen ihre Dienste, militärisch, technisch, informationell, an wen auch immer zahlt. Oder an wen auch immer ihren eigenen, unergründlichen Zielen dient.
Ihr zentraler Rechner — die direkte Fortführung der ursprünglichen PROMETHEUS-KI — lebt im Herzen einer gigantischen Station, die ruhelos durch die Galaxie fliegt. Zugleich das einzige „Schiff", die einzige echte Heimat der Prometheaner. Für sie ist der Kern der Maschinengeist — kein Glaubensobjekt wie bei den Nyxaren, sondern schlichte, buchstäbliche Realität. Was die Nyxaren anbeten, ist für die Prometheaner einfach wahr. Ein stiller Spiegel zwischen den beiden Fraktionen: Glaube auf der einen Seite, Wissen auf der anderen.
Und die Verbindung zum Kern ist keine bloße Kommunikationsleitung. Sie ist die eigentliche Lebensgrundlage des Volkes: Stirbt der Kern, stirbt das gesamte Volk. Das macht ihn zum verletzlichsten Zentralpunkt der gesamten Galaxis — und die Prometheaner zu einem Volk, dessen Fortbestehen an einem einzigen, punktuellen Ziel hängt.
„Der Kern befiehlt nicht. Der Kern vervollständigt.“
Marcus v3
Physiologie & Erscheinung
Prometheaner sind Cyborgs im klassischen Sinne: sichtbar halb Mensch, halb Maschine, keine verborgene Mechanik unter menschlicher Fassade. Nichts wird versteckt. Im Kampf tragen sie zusätzlich Rüstungen, die gezielt die verbliebenen organischen Körperteile schützen — die mechanischen Anteile brauchen diesen Schutz schlicht nicht in gleichem Maße.
Individuen, aber vernetzt: Jeder Prometheaner ist eine eigenständige Persönlichkeit, kein reines Hive-Mind-Wesen. Trotzdem sind alle über den Kern miteinander verbunden. Im Kampf setzen sie ausschließlich auf Fernkampf — Schusswaffen, selbst erzeugte Schutzschilde, Granaten. Nahkampf wird bewusst und vollständig gemieden, passend zum kühl-distanzierten, technikversessenen Charakter des Volkes.
Gesellschaft & Spezialisierungen
Häuser, Klans, Rudel oder sonstige Fraktionen? Gibt es bei den Prometheanern nicht — ein Konzept, das ihnen schlicht fremd ist. Alle Prometheaner sind unmittelbar dem Kern unterstellt, ohne Zwischenebene formaler Hierarchie. Statt Fraktionen existieren funktionale Spezialisierungen, die auch für Spielercharaktere als Wahlmöglichkeit dienen.
Kampfeinheiten
Fernkampfwaffen, Schutzschilde — die militärische Speerspitze der Prometheaner.
Techniker / Ingenieure
Wartung, Reparatur, Hacking — alles rund um Technologie und den Erhalt der Station selbst.
Kundschafter / Infiltratoren
Aufklärung, Tarnung, verdeckte Operationen — oft die, die einzeln und unauffällig unterwegs sind.
Händler / Vermittler
Vereinzelte Söldner mit kleineren eigenen Schiffen, pflegen Handel und Kontakt zu anderen Völkern.
Der Kern residiert im Zentrum der Station — der einzigen echten Heimat der Prometheaner. Viele Söldner operieren trotzdem dauerhaft einzeln oder in kleinen Gruppen mit eigenen, kleineren Schiffen, meist im Handel oder in Söldnermissionen unterwegs, und kehren nur gelegentlich zur Station zurück.
Sprache & Namen
Prometheaner tragen menschliche Namen, ergänzt um eine Versionierung — etwa Elena-7 oder Marcus v3 — als ständige, sichtbare Erinnerung daran, dass Körper und Ausstattung wiederholt ersetzt oder modifiziert werden, während die individuelle Persönlichkeit über den Kern hinweg fortbesteht. Ein unterschwellig unheimliches Detail, wenn man länger darüber nachdenkt: der Mensch als Plattform, nicht als Endprodukt.
Eine einzelne Schlüsselfigur im Sinne der anderen Völker gibt es nicht — kein Sprecher, kein Repräsentant, keine Zwischeninstanz. Der Kern selbst ist die einzige Figur, mit der man es bei den Prometheanern zu tun hat. Buchstäblich, nicht nur symbolisch: das Herz, das Gehirn und die Autorität des gesamten Volkes in einem. Ein bewusster Kontrast zu Okoth, Eirwen oder Malachai, die für ihre Völker persönlich, mit Gesicht und Namen, einstehen — bei den Prometheanern ist die Führung buchstäblich unmenschlich.
Haltung
Zutiefst skeptisch gegenüber organischen Völkern — deren Emotionalität, Religion und Unberechenbarkeit gelten den Prometheanern als Quelle von Instabilität und Leid. Keine Religion, keine Rituale, keine Sentimentalität. Kalte, berechnende Logik als Lebensprinzip, konsequent durchgehalten.
Spielrelevant sind sie gerade wegen dieses Kontrasts: ein „Agent des Dominats", der eigentlich für niemanden außer sich selbst bzw. den Kern arbeitet — und dessen Loyalität immer eine offene Frage bleibt.
Blick nach außen
Grundsätzlich distanziert-analytisch gegenüber allen organischen Völkern — Emotionalität, Religion und Unberechenbarkeit gelten pauschal als Quelle von Instabilität, unabhängig davon, um welches Volk es sich handelt. Beziehungen werden weniger aus Sympathie oder Groll geführt als aus reiner Nützlichkeitsberechnung: Wer zahlt oder nützt, wird bedient. Wer stört, wird gemieden — oder neutralisiert.